Neueste Erkenntnisse in der Reduktion von Neuroleptika bei Psychosen - Fachvortrag von Dr. Aderhold

ein umstrittenes Dauerthema für Menschen mit psychischen Erkrankungen, als auch für die behandelnden professionellen Helfer und Angehörige ist die Einnahme von Psychopharmaka.

 

Insbesondere bei schweren psychischen Störungen wie Schizophrenie oder schizoaffektiven Psychosen ist die antipsychotische Medikation (Neuroleptikagabe) im klinischen Alltag immer noch die Hauptsäule der Behandlung. Dabei können Neuroleptika die nötigen psychosozialen und psychotherapeutischen Hilfen nicht ersetzen, allenfalls unterstützen. Neben der als positiv betrachteten antipsychotischen Wirkung führen Neuroleptika, insbesondere bei hoher Dosierung, auch zu unerwünschten und sogar schlimmen Nebenwirkungen wie z. B.: unwillkürliche Bewegungen, Übergewicht, Diabetes, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Speichelfluss, Mundtrockenheit, quälende Bewegungsunruhe, Krampfanfällen und sogar früher Tod.

 

Aus diesem Grund überlegen sich viele Patienten, die Medikamente abzusetzen. Mit dieser Fragestellung hat sich intensiv der renommierte Psychiater Dr. Volkmar Aderhold vom Institut für Sozialpsychiatrie der Universität Greifswald auseinandergesetzt. Nach dem Motto: „viel hilft viel“ werden oft sehr hohe Dosen Neuroleptika zur Behandlung eingesetzt. Dr. Aderhold kommt nach Auswertung zahlreicher Studien zum Schluss, dass bei geringeren Dosen, als allgemein empfohlen, bereits maximale antipsychotische Wirkung erreicht wird. Als problematisch wegen der unüberschaubaren Neben- und Wechselwirkungen sieht Dr. Aderhold auch die gängige Polypharmazie, also die Behandlung eines Symptoms mit zwei oder mehreren Medikamenten.

 

Anlässlich der Tage der Seelischen Gesundheit im September 2017 laden wir ein:

 

Am Mittwoch, 06. September , 19:00 Uhr im großen Saal des Gemeindezentrums des Katholisches Pfarramts Liebfrauen, Klappacher Straße 46, Darmstadt-Bessungen (an der Orangerie).

 

Der Eintritt beträgt 5,- Euro, Berechtigte der Darmstädter Teilhabecard 1,- Euro.